Amazon Go – wie Bezos den Einzelhandel auf den Kopf stellen will

Amazon Go - wie Bezos den Einzelhandel auf den Kopf stellen will

Man muss einräumen – Amazon-Master Bezos haut praktisch praktisch im Wochentakt Neuerung heraus, die so enorm disruptiv sind, dass einem fast die Spucke wegbleibt. Vom Dash Button, Amazon Echo, Amazon B2B bis nun zu Amazon Go werden Produkte am Fliessband präsentiert, die man in dieser Form noch nicht auf dem Markt kennt beziehungsweise etablierte Geschäftsmodelle praktisch in Luft auflösen und die Welt ein bisschen auf den Kopf stellen.

Schaut man sich den Trailer von Amazon an, dann muss man weiterhin einräumen – wie meinte Mark Steier in seinem Blog „Scheisse ist das geil!“ – das ist schon wirklich richtig gut gemacht. Im Store über die App kurz anmelden, Waren entnehmen, rausgehen und fertig. Wow!


Hinter dieser eindrucksvollen Präsentation von Amazon go stehen wahrscheinlich einige Neuerungen, die wir so in der Praxis noch nicht kennen. Zum einen wird der Benutzer ständig über Kameras gecaptured, seine Bewegungen und Gesten aufgezeichnet und interpretiert. Selbstverständlich nachdem er sich mit dem QR Code der App im „Go“ Shop angemeldet hat. Sein „Warenkorb“ oder seine Tasche wird automatisch in Echtzeit nach Entnahme einer Ware im Regal gefüllt. Die Regale werden permanent durch Sensoren überwacht und mit den Bewegungsmustern des Kunden abgeglichen. 100%ig ist noch nicht klar, wie es tatsächlich funktioniert, jedoch liegen die Mutmaßungen anhand der von Amazon eingereichten Patente nahe – Recode hatte hierzu schon vor etwa einem Jahr eine Veröffentlichung in Ihrem Blog.

Kritisch muss ich jedoch anmerken, dass das Amazon Modell für den Einzelhandel doch nicht so einzigartig ist, wie man uns weismachen möchte. Andere forschen auch an dem Thema und haben dies im Gegensatz zu Amazon bereits seit mehreren Monaten in praktischen Einsatz. Hierzu gehört zum Beispiel die saarländische Lebensmittel/Supermarkt-Kette „Globus“. In einem Pilotprojekt „Scan & Go“, das in mehreren Märkten bereits im Einsatz ist, kann der Kunde seinen Warenkorb füllen, selbst scannen und zügig bezahlen. Einziger Haken – man kann tatsächlich nicht direkt den Laden verlassen, hier müßte Globus noch ein elektronisches und automatisiertes Bezahlverfahren einführen, das dies ermöglicht.


Avatar for Lars Denzer
Über Lars Denzer 70 Artikel
Geboren 01.09.1971, Studium an der TU-Kaiserslautern, Abschluss Dipl.-Biol. mit Abschluß in der Fachrichtung "neuronale Netzwerke", leitet Lars Denzer die technologische und strategische Entwicklung der omeco GmbH seit Gründung des Unternehmens. Zu den Schwerpunkten von Lars Denzer gehört die Beratung, Konzeption und Umsetzung von eCommerce Software (Shopsystem + Warenwirtschaftssystem).

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*