Sylius Shopsystem veröffentlicht ihr erstes Release am 13.09.2017

Sylius Shopsystem Release

Wer behauptet, ein neues Shopsystem herzustellen und zu lancieren, würde sich nicht lohnen, denn der Markt sei schließlich übersättigt, liegt definitiv falsch. Die einstigen „Jungen und Wilden“ von damals haben sich mittlerweile etabliert, sind mit vielen 10.000 Shop-Installationen ausgestattet, die Gründer sind zu gesetzten Familienväter herangewachsen und ihre Shopsystem-Lösungen kränkeln leider an den gleichen Problemchen, wie ihre Vorgänger, die sie selbst, Jahre zuvor vom Markt verdrängt haben. Nur verdrängten sie die „Alten“ mit anderen Eigenschaften, die für die neuen „Jungen und Wilden“ selbstverständlich und keinesfalls mehr innovativ sind. Nichts desto trotz wird der Wettbewerb anspruchsvoller und die neue Shopsystem-Plattform muss sich behaupten können – denn sonst kann auch alles beim Alten bleiben und niemand würde einen Shopsystem-Wechsel anstreben.

Sylius nennt sich die neue Shopsystem eCommerce Plattform, die ihr Hauptquartier im polnischen Łódź hat. Dort wurde mit einem kleinen Team – sie selbst bezeichnen sich als „a bunch of crazy 90ies kids“ – eine überdurchschnittliche Leistung erreicht. Auf Basis des Symfony 2 Frameworks, dem Doctrine ORM und der TWIG Template Engine wurde ein Shopsystem erstellt, das aus technischer und konzeptioneller Sicht ein sehr großes Potential hat, das OnPremise Segment der Shopsysteme noch einmal ordentlich durchzurütteln. Der Hersteller veröffentlicht nun ein erstes Release des Sylius Shopsystem am 13.09.2017.

Das Sylius Shopsystem bietet folgende diese technischen Merkmale

  • Sylius ist nicht monolithisch. Es gibt einen Core an dem sowohl API, Backend, Shop-Frontend und Komponenten andocken. Sylius ist vollständig erweiterbar
  • ein vollständig anpassbares und flexibles Datenmodell. Es besteht jederzeit die Möglichkeit Datenfelder zu verändern und zu ergänzen. Starre Datenmodelle und Restriktionen, wie man sie von den bisherigen Lösungen kennt gibt es nicht mehr
  • die Template Engine TWIG macht Anpassungen im Bereich HTML sehr einfach
  • bei der Entwicklung von Sylius wurde auf eine sehr hohe Code Qualität geachtet, Symfony Entwickler werden einfach in Sylius einsteigen können
  • Sylius bietet nativen support für: twilio, redis und elastic search

Das Sylius Backend wirkt aufgeräumt und übersichtlich

Betrachtet man das User-Backend von Sylius macht dieses einen aufgeräumten und übersichtlichen Eindruck. Mit der Navigationsleiste auf der linken Seite, Notifications und Userprofil in der oberen, rechten Ecke, erinnert die Anordnung der Elemente des Sylius Backend eindeutig an die Oberfläche von WordPress – warum auch nicht? „Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen“, sagte einst Pablo Picasso und machte Steve Jobs‘ Apple Inc. zu dem was es heute ist.

Sylius 1.0 Backend Screenshot

Die bisher in der Sylius Online Demo (Username: sylius@example.com, Passwort: sylius) verfügbaren Funktionen zeigen die Möglichkeiten des Setup, Produktkatalog, Bestellmanagement / Kundenverwaltung und einige Marketing-Funktionen und Produkt-Reviews. Das sieht auf den ersten Blick alles recht anständig und sorgfältig umgesetzt aus – für eine Version 1.0 eben ausreichend. Derzeit ist eine Integration des Plugin-System noch nicht hinreichend erkennbar und in der Demo sind einige Funktionalitäten deaktiviert.

Man kann jedoch mit Fug und Recht behaupten, dass die Sylius Entwickler in Bezug auf die Community-getriebene Entwicklung ihres Produktes vieles richtig gemacht haben, denn das Interesse und die Teilnahme an dem Produkt ist offenbar recht hoch. Die Software wird OpenSource via GitHub mit der MIT Lizenz entwickelt. Mittlerweile haben sich in der Community des noch nicht lancierten Sylius-Produktes über 400 Teilnehmer und über 700 Übersetzer eingefunden.

Sylius wird von Anfang an international aufgestellt sein. Die technische Unterstützung von Sprachen, Ländern, Länder-Zonen, Währungen, Währungs-Wechselkursen,  Steuerkategorien und Steuersätzen, die an Zonen und somit an Länder gekoppelt sind, sprechen ebenfalls für den international ausgefeilten Ansatz des Produktes. Derzeit sind nur wenige Bezahlarten wie PayPal, Stripe, Adyen und Authorize.net als elektronische Bezahlarten implementiert – aber auch hier ist davon auszugehen, dass wichtige Zahlarten wie Klarna, Sofort, Saferpay usw. relativ zügig folgen werden.

Derzeit sind nur wenige Sylius-Plugins wie Google Tag Manager, Mailchimp oder Google Sitemaps verfügbar – ich bin jedoch auch an dieser Stelle der festen Überzeugung, dass sich dies innerhalb eines Jahres sehr stark ausbauen wird.

Fazit: Sylius ist eine Opensource Shopsystem-Lösung von der man noch viel hören wird, denn die Basis ist bereits so stark ausgebaut, dass der erste „Wurf“ mit Version 1.0 innerlich stärker aufgestellt ist, als so manch etablierter Kandidat, dessen Kern überaltert ist.

Mehr Informationen unter: http://sylius.org

 

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Über Lars Denzer 74 Artikel

Geboren 01.09.1971, Studium an der TU-Kaiserslautern, Abschluss Dipl.-Biol. mit Abschluß in der Fachrichtung „neuronale Netzwerke“, leitet Lars Denzer die technologische und strategische Entwicklung der omeco GmbH seit Gründung des Unternehmens. Zu den Schwerpunkten von Lars Denzer gehört die Beratung, Konzeption und Umsetzung von eCommerce Software (Shopsystem + Warenwirtschaftssystem). Für den ERP-Shopsoftware.de Blog ist er redaktionell für die Inhalte verantwortlich und pflegt die Marktübersicht der Shopsysteme.

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