Was ist WooCommerce?

Was ist WooCommerce?

http://www.woocommerce.com

In einem Vorgänger-Artikel beschrieb ich bereits die Verfügbarkeit von Warenwirtschaftssystemen / ERP Lösungen, die man an die WooCommerce Software anbinden kann. In diesem Artikel möchte ich beschreiben, was WooCommerce eigentlich im Detail ist, welche Vor- und Nachteile WooCommerce bietet und wie WooCommerce auf dem eigenen Server eingerichtet wird – also noch einmal die Fragestellung: „was ist WooCommerce?“.

WooCommerce kann eigenständig nicht betrieben werden, denn es basiert auf dem Kern der WordPress Software. Das bedeutet ohne eine lauffähige Version von WordPress kann WooCommerce nicht auf einem Webserver betrieben werden. WordPress wiederrum ist historisch betrachtet eine Blog-Software, die sich in den letzten Jahren zu dem führenden Web-CMS System weltweit gemausert hat. Also – richtig verstanden – um einen Webshop mit diesem Shopsystem zu betreiben muss hier zuerst eine Blogsoftware installiert werden. Das ist aus meiner Sicht nicht unbedingt logisch, aber technisch betrachtet, zwingend notwendig.

Für einen Shopbetreiber aus Deutschland kann ich folgende Vorgehensweise, die in wenigen Stunden durchgeführt ist:

  • mieten Sie sich ein WordPress-Hostingpaket bei dem Internetprovider 1&1
  • nutzen Sie eine für Ihren Shop und Ihr Geschäftsmodell sinnvolle Domain, die Sie bei 1&1 gleich mitbestellen können
  • ein SSL Zertifikat sollte aus Gründen der Datensicherheit und der späteren SEO-Performance bei Google ebenfalls gleich mitgebucht werden
  • ist die einfache Step By Step Installation von WordPress bei 1&1 abgeschlossen, muss über den WordPress Plugin-Manger das WooCommerce Plugin gesucht und installiert werden – hierzu in das Sucheingabefeld einfach den Begriff „WooCommerce“ eingeben
  • Eine exakte Beschreibung des WooCommerce Installationsprozess wurde bereits auf der Webseite von T3N erstellt. Hier der Link zu der Installationsbeschreibung
  • Um den strengen Regularien des deutschen Internetmarkts gerecht zu werden, muss ein Plugin installiert werden, denn WooCommerce ist nicht für den deutschen Markt optimiert. Hierfür kann das Plugin „Woocommerce Germanized“ oder „German Market“ verwendet werden
  • Nun muss für WooCommerce noch ein passendes Theme gefunden werden, das ebenfalls über das Backend, d.h. den Theme Manager von WordPress installiert wird. Die Anpassung nimmt der Benutzer über den Theme Customizer selbst vor
  • Weitere sinnvolle Plugins für WooCommerce sind auf der Blogseite „Top 10 WooCommerce Plugins“ gelistet

Ab der Fertigstellung der Installation gilt das Motto – wie immer bei Open-Source Produkten „Enter at your own risk“. Man ist gut beraten, wenn man WordPress mit Plugins wie Aksimet, Jetpack und einem guten Backup Plugin wie z.B. BackupGuard ausstattet, denn WordPress ist neben tollen Features auch für seine vielen Schwachstellen bekannt, die sich unglaublich schnell über das Internet propagieren – Bugfixes müssen also schnell eingespielt werden. Weiterhin empfehle ich jedem WordPress Benutzer, dass man das Updaten von Core und Plugins automatisiert. So oft wie bei WordPress und Plugins Updates erscheinen, so oft kann man das System gar nicht warten.

Die Einstellung der Auto-Update Funktion der Plugins vorzunehmen, ist für den Anwender nicht benutzerfreundlich. Diese lässt sich jedoch mit Anbindung der eigenen WordPress Installation mit dem Jetpack Plugin an WordPress.com relativ einfach mit der Windows / Mac Software für WordPress.com vornehmen. Die Anbindung an WordPress.com hat weitere, erhebliche Vorteile in Bezug auf Angriffs-Schutz, CDN und Verteilung von News auf soziale Netzwerke. Weiterhin wird die eigene Blog-Aktivität durch den WordPress.com Account in Klout.com meßbar gemacht.

Welche Vor- und Nachteile sprechen für das Shopsystem WooCommerce

Pro WooCommerce

  • WooCommerce ist Open-Source und grundsätzlich kostenfrei
  • Auf Wunsch ist eine kostenpflichtige, kommerzielle und mit Support hinterlegte Lizenz bei Woocommer.com herunterladen
  • Die Installation bei Providern wie 1&1 ist relativ einfach und das Onlineshop erstellen funktioniert sehr zügig
  • Schnell Weiterentwicklung des Shopsystem durch die große Community
  • Für Startups mit wenig Besuchern auf der Webseite und viel Zeit zum Basteln eine hervorragende Lösung
  • Durch die tiefe Integration in WordPress hervorragend geeignet Shop mit Onboard Content Marketing Tool

Contra WooCommerce

  • für den Betrieb von WooCommerce ist WordPress notwendig
  • Die Performance wird durch Installation verschiedener Plugins, die nicht gut harmonieren stark beeinträchtigt
  • Es gibt bislang nur wenige Warenwirtschaftssysteme, die eine Standard-Integration in WooCommerce haben
  • Keine Lösung für Missionskritische Webshops mit hohem Traffic

Mein persönliches Fazit: die Frage nach „was ist WooCommerce?“ ist in diesem Artikel hinreichend beantowrtet – WooCommerce ist ein führendes Shopsystem, mit dem man schnell und kostengünstig einen prototyischen Shop aufbauen kann, der das Wachsstum eines neuen Online-Unternehmens über die ersten 1-2 Jahre begleitet. Wachsen die Ansprüche an Support, Performance und vor allem einer integrierten Software aus Shopsystem, Warenwirtschaftssystem und Omnichannel-Plattform, dann wird man mit WooCommerce schnell an seine Grenzen stoßen.

Weitere Shopsysteme aus dem Bereich Open-Source-Software und eine Auflistung der kommerziellen und Enterprise Lösungen sind in diesem Blog auf der Seite „Marktübersicht Online Shopsoftware / Shopsysteme im Vergleich“ zu finden.

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Über Lars Denzer 70 Artikel
Geboren 01.09.1971, Studium an der TU-Kaiserslautern, Abschluss Dipl.-Biol. mit Abschluß in der Fachrichtung "neuronale Netzwerke", leitet Lars Denzer die technologische und strategische Entwicklung der omeco GmbH seit Gründung des Unternehmens. Zu den Schwerpunkten von Lars Denzer gehört die Beratung, Konzeption und Umsetzung von eCommerce Software (Shopsystem + Warenwirtschaftssystem).

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