Wie man im Versandhandel Prozesse schlank hält. Interview mit Frank Oddey von DreamRobot

Dreamrobot für mehr Effizienz im eCommerce

Frank Oddey Geschaeftsführer von DreamRobot im Interview mit Lars DenzerDreamRobot ist ein Anbieter eines SaaS Warenwirtschaftssystems mit integrierter Shopsoftware. Neben dem eigenen Onlineshop können auch externe Shopsysteme wie Shopware, PrestaShop oder Gambio angebunden werden. Die Hauptfunktionalität von DreamRobot liegt in der internen Steuerung der Vorgänge des Online-Versandhandel: ab Verkauf über Zahlung, Abwicklung der Logistik und der Lieferung von Bestellungen. Es handelt sich um eine zentrale Prozess-Engine, die sowohl Funktionalität der Warenwirtschaft abdeckt, Online Marktplätze wie Amazon und eBay anbindet und die Bezahldienste und Logistikdienstleister integriert. Heute spreche ich im Interview mit dem Gründer und Geschäftsführer von DreamRobot Frank Oddey.

Hallo Frank – bitte erzähl uns doch etwas darüber wie die Idee für DreamRobot entstand und wie sich das Unternehmen in den letzten Jahren entwickelt hat?

Hallo Lars – DreamRobot ist seit 2003 im E-Commerce-Markt aktiv. 2006 haben wir DreamRobot übernommen und stetig weiterentwickelt. Was als Tool für vier eBay-Poweruser begann, ist heute eine Multichannel-Lösung mit über 1 Milliarde Transaktionsvolumen und vielen Anbindungen an die unterschiedlichsten Marktplätze, Shops, Versender und Tool-Anbieter. Man kann also ganz sicher sagen, dass sich DreamRobot nach einem zaghaften Start beeindruckend entwickelt hat, was uns natürlich stolz macht.

Schlanke und automatisierte Prozesse – hohe Geschwindigkeit in der Abwicklung – hohe Zufriedenheit der Shop-Kunden. Wie helft Ihr Euren Kunden damit?

Viele unserer Kunden wachsen mit uns. Es gibt Händler, die 1000-5000 Artikel im Monat verkaufen und dabei noch mit Excel-Listen arbeiten. Die melden sich dann bei uns an und lernen das hohe Automatisierungs-Potential von DreamRobot kennen und schätzen.

Wir erhalten immer wieder positives Kunden-Feedback, dass unsere User mit DreamRobot erheblich Zeit einsparen, z.B. weil sie sich nicht mehr in einzelne Portale einloggen müssen, um die Aufträge auszulesen oder die Versandbestätigung manuell zu setzen.

Allerdings ist das nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs, denn diese Vorteile sind für unsere Kunden nur der Anfang, der erste spürbare positive Effekt. Vom Einlesen der Aufträge aus den verschiedensten Marktplätzen und Shops, über den Zahlungsabgleich oder das Übergeben der Aufträge aus den diversen Marktplätzen bis zur Verkaufsplattform und die Versandbenachrichtigung mit Tracking Code geht alles automatisch, genau wie zahlreiche andere Arbeitsschritte, die durch DreamRobot automatisiert und damit vereinfacht werden.

Für einen Händler mit, sagen wir, 40 Bestellungen pro Woche sind all diese Schritte vielleicht noch in „Handarbeit“ zu bewältigen, bei mehreren hundert oder gar tausend Bestellungen wird das dann unmöglich. Gleiches gilt für die Aktualisierung von Beständen bei den Portalen –  ein unerlässlicher Vorgang, um Überverkäufe zu vermeiden. All das ist eigentlich nur mit einer Software möglich, und DreamRobot macht diese Prozesse komfortabler und sicherer als die aufwendige manuelle Erledigung.

Wir haben Kunden, die vielleicht 100 Bestellungen pro Monat abwickeln und mit DreamRobot überaus zufrieden sind, weil sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Genauso haben wir Kunden, die täglich 10.000 oder mehr Bestellungen bearbeiten. Dabei sind die Ansprüche an DreamRobot natürlich ganz anders gelagert und viel umfangreicher, denn bei solchen Bestellzahlen ist eine manuelle Kontrolle jedes einzelnen Vorgangs unmöglich.

Es gibt viele Online-Shopsysteme am Markt – warum habt ihr Euch entschieden noch ein eigenes zu bauen? Der Aufwand ist hoch – oder?

Die Idee dazu entstand daraus, dass wir stets im Dialog mit unseren Kunden sind. Die waren mit uns sehr zufrieden, arbeiteten jedoch mit einer Kombination von DreamRobot und Shop-Systemen anderer Hersteller. Der Gedanke lag nahe, eine eigene Variante zu entwickeln. So erhält ein Kunde auf Wunsch sozusagen alles aus einer Hand und wird auch beim Shop-System, wie von uns gewohnt, professionell betreut.

Den Anfang setzten wir hierbei mit einem Open Source-Shop. Dabei entstanden jedoch Probleme, z.B. durch Plug-Ins oder selbstgestrickte Funktionen. Dadurch wurde die umfassende Betreuung von unserer Seite immer schwieriger.

Für uns war an diesem Punkt klar, dass ein komplett neuer, fertiger und vielseitiger Online-Shop die beste Lösung wäre, und den haben wir dann entwickelt. Das ermöglicht es uns, umfassenden Support zu bieten und gleichzeitig alle Änderungen und Module zu kennen und im Blick zu haben.

Die Entwicklung und Umsetzung ist natürlich sehr aufwendig, aber wir würden diesen Schritt jederzeit und immer wieder gehen, denn die Verzahnung mit DreamRobot hat ganz einfach enorme Vorteile.

Welchen Vorteil werden aus Deiner Sicht SaaS Kunden gegenüber den Nutzern der klassischen On-Premise-Software haben?

Der große Vorteil einer SaaS-Lösung wie Dreamrobot ist der Zugriff. Egal, ob der Händler sich jetzt gerade in Paris, London, New York oder im Allgäu befindet, er kann jederzeit auf seine Daten zugreifen. Um die Datensicherung muss er sich nicht kümmern, denn das erledigen wir für ihn. Jeder, der schon einmal Daten verloren hat, z.B. durch einen Totalschaden an der Festplatte, weiß wie wertvoll und wichtig diese Funktion ist.

Ein Aspekt, der immer wieder gerne unterschätzt wird, ist der Aufwand beim Aufspielen eines Updates. Dabei muss ein solches Update manuell auf allen Computern angewendet werden. Das jedoch ist bei einer SaaS-Lösung überhaupt kein Thema mehr.

Eines der überzeugendsten Argumente ist natürlich die Kapitalbindung. Wenn eine neue Software erworben wird, ist das Kapital erst mal gebunden. SaaS-Lösungen regeln das über monatliche Kosten, so dass mehr Kapital frei zur Verfügung steht und eine große Investition in kostspielige Software hinfällig ist.

Welche Änderungen in der E-Commerce Welt siehst Du in künftig für Shopbetreiber kommen? Worauf sollten Eure Kunden achten?

Früher war es sehr einfach. Ich hatte meinen ersten Online-Shop 1997. Da waren die Anforderungen ganz andere als heute. Alles war damals weitaus unkomplizierter.

Die moderne Problematik fängt schon damit an, dass ein Kontaktformular nur verschlüsselt versendet werden darf, also z.B. https. Diese Regelung wird mit der neuen EU-DSGVO (EU -Datenschutzgrundverordnung) ab Mai 2018 seine nächste Stufe erreichen.

Für die Endkunden ist das ein Vorteil, denn die Firmen, die mit Kunden-und Bestelldaten arbeiten, müssen sich darauf vorbereiten und die gesetzlichen Grundlagen beachten. Gerade Shopbetreiber, die etwas kleiner sind werden sich da schwer tun und viele werden auf fachkundige Hilfe zurückgreifen müssen, um keine Fehler zu machen.

Aus Sicht der Verkäufer bin ich der Meinung, dass man neben den großen Marktplätzen auch den eigenen Online-Shop aufbauen sollte, um eine Unabhängigkeit von den führenden Marktplätzen zu schaffen.  Gerade beim Aufbau und Betrieb eines Online-Shops sollte man sich Fachleuten anvertrauen. Mit einer guten Marketing-Strategie und der Zusammenarbeit mit z.B. einer guten SEO-Agentur, die diese Strategie dann für die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen umsetzt, kann man weitaus mehr erreichen. Ich finde, dass es immer Vorteile mit sich bringt, wenn die Händler sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können, um den Einkauf, Verkauf und Service breiter aufzustellen.

Welche Innovationen von DreamRobot warten in den nächsten 6 Monaten auf uns?

Die Frage freut mich sehr, denn wir haben so einiges vor in den nächsten Monaten. Es wird eine Packmaske mit einzelnen Packplätzen geben. Hier kann z.B. ein Gefahrengut-Packplatz erstellt werden, über den die entsprechenden Bestellungen abgewickelt werden können.

Obendrein hilft die Packmaske dabei, das Fehlerpotential zu verringern und den Vorgang effizienter zu koordinieren.

Zudem wird ein Bereich entstehen, der die Möglichkeit bietet einem Benutzer Prioritäten orientierte Aufgaben zuzuweisen z.B. für einen Auftrag. On top besteht die Möglichkeit, direkt aus der Aufgabenliste auf die zugewiesenen Aufträge zuzugreifen.

Ganz besonders freue ich mich auf die Vorstellung unseres brandneuen App-Centers, denn das ist ein großer Schritt für uns. Die Grundlage dafür liefert die neue Rest-API, und basierend darauf öffnen wir nun die Türen für Apps in DreamRobot.

Die Idee kam uns, weil es eine große Zahl verschiedener Anbindungen und individueller Wünsche unserer Kunden gibt. Indem wir Bereiche von DreamRobot für Dienstleister und Drittanbieter öffnen und ihnen ermöglichen, eigenständig Erweiterungen für DreamRobot zu entwickeln, wird das Produkt noch vielseitiger, kann noch besser auf die eigenen Ansprüche und Wünsche angepasst werden.

Beispiele wären Apps für den Handel auf neuen Marktplätzen wie idealo. Tools für die Auswertung oder das Marketing, spezielle Hilfs-Apps wie die von shipcloud und vieles andere mehr. Die Möglichkeiten sind sehr weitreichend, und um den Kunden einen guten Start in diesem Bereich zu ermöglichen, liefern wir Beispiele und eine Anleitung zum Bau eigener DreamRobot-Apps.


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Über Lars Denzer 70 Artikel
Geboren 01.09.1971, Studium an der TU-Kaiserslautern, Abschluss Dipl.-Biol. mit Abschluß in der Fachrichtung "neuronale Netzwerke", leitet Lars Denzer die technologische und strategische Entwicklung der omeco GmbH seit Gründung des Unternehmens. Zu den Schwerpunkten von Lars Denzer gehört die Beratung, Konzeption und Umsetzung von eCommerce Software (Shopsystem + Warenwirtschaftssystem).

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